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Beknackt? Zehntausend Kilometer geknackt!

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Beknackt? 10.000 Kilometer geknackt!

Am 30.09.2018 (an unserem ersten Tag in Frankreich) haben wir die für uns psychologisch wichtige Marke von 10.000 Kilometern geknackt. Erstaunlicherweise genau ein halbes Jahr nachdem wir gestartet sind (und ein viertel Jahr nach dem Nordkap)! War so nicht geplant.

Zeit, eine kleine Materialverschleiß-Bilanz zu ziehen. Dieser Miniartikel ist also in erster Linie für andere Radreisende als Orientierung und zur Planung interessant. Obwohl... scheinbar ist das Thema schon von größerem Interesse. Die dritt häufigste Frage, die uns unterwegs gestellt wird, ist nämlich die nach der Anzahl unserer platten Reifen.
 
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Unsere voll bepackten Räder am Ärmelkanal

 
Wichtige Info vorab: Unsere "Horses of steel" haben wir eigens für diese Tour nach unseren Vorstellungen aufbauen lassen. Das heißt, bis auf einige Probekilometer Einreiten, sind die Räder quasi jungfräulich auf Tour gegangen.
Die Einzelteile wurden von den Mitarbeitern des Koblenzer Fachgeschäfts Radsport Regenhardt nach unseren Wünschen in wochenlanger Tüftelei zusammengebaut. An dieser Stelle also nochmals großen Dank an Bernd, Jo und vor allem Frank für eure professionelle Arbeit und unerschöpfliche Geduld.
Alle Verschleißteile waren logischerweise neu, lediglich Sättel und Gepäckträger, Licht und Kleinteile, wie Flaschenhalter und Spiegel etc. haben wir von unseren alten Bikes übernommen.
Da wir an den Komponenten nicht sparen wollten, haben wir schon Monate vorher angefangen, uns die Teile zu besorgen. Im Fokus standen höchste Belastbarkeit, Wartungsarmut und einfache Reparatur. Gewicht hat für uns keine Rolle gespielt.
 
Hier die Pannen- und Verschleißliste unserer beiden Bikes
• 2X platte Hinterreifen (repariert)
• 3X Ketten verschlissen (ersetzt)
• 1X Mantel Hinterrad abgefahren (ersetzt)
• 1X Tretlager ausgelutscht (ersetzt)
• 1X Signalhorn (Blech) durchgerostet (durch Messingklingel ersetzt)
• 1X Brooks Ledersattel, durchgenudelt (durch Kunststoffsattel ersetzt)
• 3X Kettenblatt vorne (abgenutzt und ersetzt)
• 2X Rohloff Ritzel (abgenutzt und ersetzt)
• 1X Speiche gebrochen (ausgetauscht)
• 1X B&M Seitenspiegel abgebrochen (durch "NoName" Spiegel ersetzt)
• 1X Satz Pedale (Kugellager zerbröselt, ersetzt)
• 1X Flaschenhalter nach Umfaller abgebrochen (ersetzt)
• 2X Frontständer blockiert (repariert)
• 1X Frontschutzblech verbogen wg.Umfaller (repariert)
• 3X Sätze Bremsbeläge durchgefahren (ausgetauscht)
• 1X Bremszug (ausgetauscht)
• 1X Seilzughülle aufgeplatzt (ausgetauscht)
• 2X Ölwechsel an Rohloffschaltungen (gespült und nachgefüllt)
 
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DIY Reparaturen in der Räderwerft in Harrislee

Reparaturen und Wartungen

Wie ihr euch sicher denken könnt, kann man nicht wegen jedem Furz unterwegs zum nächsten Händler gurken und den dann mal machen lassen. Selber machen oder "Do-It-Yourself" ist angesagt. Einige Ersatz- und Verschleißteile haben wir also schon von vorneherein dabei. Außerdem auch immer das wichtigste Werk- und Flickzeug, sowie Kabelbinder, Kleber und Panzertape. Damit bekommt man das Meiste selbst wieder hin.
Richtig reisetaugliche Reparaturtipps und Anleitung zum Selbermachen hat uns Ulf aus der Räderwerft in Harrislee mit auf den Weg gegeben. Das spart uns bares Geld unterwegs, da wir jetzt nur noch die Teile besorgen müssen. Ulf ist der Geilste!
 
 

Kommentar zur obigen Bilder Gallery

Klar, dass unterwegs mal was ersetzt werden muss. Haben wir von vorneherein einkalkuliert. Mit manchen Dingen haben wir aber auch nicht gerechnet. Dass wir beispielsweise einen Brooks Ledersattel (Markus) durchgeritten haben, war nicht zu erwarten. Die Dinger haben an sich einen erstklassigen Ruf und sind bei vielen Radreisenden erste Wahl.
War aber auch schon einige Jahre alt, das Teil. Normalerweise läuft das so: Wenn das Leder zu weit durchgesessen ist, kann man mittels Nachstellschraube das Leder neu spannen und sitzt wieder gut. In diesem Fall war da leider nix mehr zu spannen (war schon auf Max) und das Leder hing bei Belastung schon bis auf die Sattelstreben durch. Ist wirklich kein angenehmes Sitzgefühl.

Sand, besonders die feuchte Variante sind Feind Nr. 1 für Bremssystem, Kette und Ritzel / Kettenblatt. Am besten so schnell wie möglich entfernen, das Zeug schmirgelt stetig an unserem Equipment.

Thema Seitenspiegel: Auf die Dinger wollen wir beide nicht mehr verzichten. Ist ein absoluter Sicherheits- und Komfortgewinn, außerdem ist man den Blick in den Spiegel auch vom Motorrad fahren gewöhnt. Das würde man ja auch nicht ohne Spiegel machen.
Wir haben bisher immer Spiegel vom deutschen Marktführer mit den zwei Buchstaben genommen aber damit ist jetzt Schluss. Ist schon der zweite Spiegel der uns auf ner Tour nach nem Umfaller abgebrochen ist. Riesennachteil an den Dingern ist nämlich die Fertigung aus Druckguss, oder was auch immer das ist. Brechen jedenfalls viel zu leicht ab und sind zudem mit etwa 15.- € auch teuer.
Viel geiler ist da der Ersatzspiegel für schlappe 2,50 € aus Litauen. Gefertigt aus Edelstahl und man kann ihn so anbringen, dass er unter dem Lenker endet und nicht als erstes mit dem Boden Kontakt bekommt, wenn der Drahtesel mal umkippt. Weiterer Vorteil: Bei Regen bleibt die Spiegelfläche trocken, da sie von Lenker und Arm abgedeckt wird. Absolut zu empfehlen.
 
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Blick in den neuen Seitenspiegel

 
Die megalaute Tröte (Abschiedsgeschenk von Ulla, Margit und Rudi) ist uns in Skandinavien zusehends weggerostet. Leider ist das gute Stück bei Regen schnell vollgelaufen und das Wasser schwappte dann unbemerkt fröhlich darin vor sich hin. Hatten viel Spaß damit, besonders in den norwegischen Tunneln. Hat sich also leider ausgetrötet. Haben wir in Dänemark durch eine Messingklingel ersetzt, die eigentlich nicht rosten sollte. Mal schauen...

Kennt jeder, mag keiner haben: Ziegenpeter und Platten. Trotz "pannensicherer" Reifen - gegen auf dem Weg herumliegende Schrauben ist nichts zu machen. Glassplitter oder spitze Steine machen in der Regel nichts aus. Selbst Reißzwecken sind kein Problem. Von der Abnutzung her sind die Dinger auch sagenhaft. Wir mussten erst einen Mantel wegen Abnutzung ersetzen.
 
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Müsste mal wieder gewartet werden...

 
Soweit also erstmal der Zwischenstand. Hält sich also alles noch im Rahmen. Waren die ersten Monate relativ wartungs- und reparaturarm unterwegs, so haben wir jetzt schon öfter mal Arbeit mit den Rädern. Ist aber auch normal. Machste nix dran...

Falls der ein oder andere von euch Fragen zu Material und Ausrüstung hat, habt keine Scheu zu fragen. Wir helfen gerne mit unserer Erfahrung und unserem Rat weiter und ganz wichtig: Wir stehen auf niemandes Lohnliste und wollen nix verkaufen! Kann allerdings manchmal dauern, bis wir antworten.