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Kattegatt, Smoerrebroed, Ram-tam-tam-tamm!

Norwegen: Hitze, Rock und Eis am Stiel
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Beknackt? Zehntausend Kilometer geknackt!
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Kattegatt, Smoerrebroed, Ram-tam-tam-tamm!

Schweden is wirklic... - - - *SCHNARCH* - - - Sorry, eingeschlafen.
Also Schweden hat es etwas schwer bei uns. Noch total geflasht vom Geiranger Fjord (was unser kanadischer Bikebuddy Josh lustigerweise wie "Gay Ranger" ausspricht) fahren wir über den olympischen Winterspielort Lillehammer rüber nach Schweden.

Tja Leute, was soll man sagen? Es ist anfangs wirklich so langweilig. wie uns alle Norweger im Vorhinein gesagt haben. Wir dachten ja, die übertreiben alle, aber nö. In Mittelschweden schraddeln wir stundenlang durch Monokulturwälder, in die ab und an einer von diesen Harvestern eine Bresche gehäckselt hat. Zur Abwechslung gibt es dann landwirtschaftliche Flächen, so weit die trüben Augen blicken können.
An den ersten Tagen noch ganz nett, aber irgendwann wollen wir einfach nur noch so schnell wie möglich nach Süden.
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Landwirtschaftsidyll in Schweden

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Abendstimmung zwischen Seen und Weideflächen

 
Weil dem alten Schweden in seiner ollen Monokultur selber langweilig ist, hat er aus lauter Langeweile ein Extramesser zum Butterbrote schmieren erfunden. Kein Scheiß! Sieht aus wie ein normales Besteckmesser, aber ohne Sägezähne dran. Also wie so ne Art Spachtel oder so. Damit wird hier dann pfundweise die gesalzene Smoer auf die labbrigen Weissbrote gezwirbelt. Bäckereien haben wir nirgends gesehen. Es gibt nur Plastiktütenbrot aus dem Supermarkt. Schmecken leider alle gleich.

Aber zurück zur Landschaft. Das ist natürlich etwas unfair, Schweden mit Norwegen zu vergleichen. Schweden hat auch seinen Charme. Uns fällt auf, dass hier zum Beispiel sehr viel Kanu und Kajak gefahren wird. Deutlich mehr als Rad. Ist aufgrund der vielen Seen wohl ein Paradies für Wassersportler. Es gibt Hunderte davon. Doch genau hier liegt wahrscheinlich auch die Ursache, warum wir mit den Schweden nicht so richtig warm geworden sind. Uns fällt es sehr viel schwerer mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Könnte sein, dass die Schweden gegen Ende des Sommers einfach auch mal die Schnauze voll von den ganzen Tourismus-Lurchen haben.
 
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Es wird auch viel geklettert in Schweden

 
Was uns hier plötzlich regelrecht Furcht einflößend vorkommt, ist die nächtliche Dunkelheit. Das klingt jetzt vielleicht ultradämlich, aber wir haben uns mittlerweile total dran gewöhnt, dass es beim nächtlichen Gang zum Pullern einfach hell ist. In den schwedischen Wäldern hingegen ist es pechschwarz. Kein städtisches Streulicht oder so. Einfach schwarz, krass! Eigentlich ja total normal. Kennt man sein ganzes Leben lang nicht anders, aber etwa zwei Monate ohne Nacht haben ausgereicht, um uns zu kleinen Dunkelheits-Schissern zu machen. Schlimm. Mittlerweile gehts zum Glück wieder.
Ach ja, angenehmer Nebeneffekt: Man kann die Milchstraße nachts am Himmel sehen. Und die ist fucking beeindruckend!
 
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Neulich des Nachts in Schweden

 
 

Von Planschkühen und Kolibris

Zwar hatten wir mit den Einwohnern Schwedens keine besonderen Begegnungen, dafür um so bemerkenswertere Sichtungen in der Natur. So haben wir zum Beispiel schwedische Planschkühe in ihrem natürlichen Habitat beobachten dürfen.
Planschkühe kannten wir aus Deutschland bisher nur von Serviceschaltern der Bahn oder Telekom. Hier entdeckten wir eine völlig neue Spezies, aber seht selbst:
 
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Schwedische Planschkühe beim Wassertreten

 
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Hier die Strandvariante

 
Neben vielen Schmetterlingen haben wir auch eine besondere Mottenart entdeckt, die eigentlich eher im Mittelmeerraum vorkommt. Das Fluggerät heißt "Taubenschwänzchen" und ist etwa so dick wie ein Kinderfinger. Da der kleine Racker den Schwebeflug beherrscht, einen gut sichtbaren Rüssel zum Nektar mümmeln hat und damit von Blüte zu Blüte propellert, könnte man ihn zunächst für eine Art Kolibri halten. Ist aber eine Motte, die auch mal tagsüber unterwegs ist. Kann man dank des Klimawandels nun auch in Schweden bewundern.
 
Taubenschwänzchen

Verdammt schnell unterwegs - Taubenschwänzchen in Aktion

 

Der Kattegattleden

Zum Glück sind wir irgendwann über Schilder des Kattegattledens gestolpert. Dieser lange und wirklich schöne Küstenradweg, der zudem excellent ausgeschildert ist, hat uns mit Schweden schließlich doch noch versöhnt.
Es gibt viele Naturreservate zu bestaunen und wir sehen die ersten Kraniche, die sich lärmend zum Abflug nach Spanien versammeln. Der Herbst naht nämlich merklich. Merken wir am zunehmend schlechteren Wetter und den kühleren Temperaturen.
Uns kommt sogar der Gedanke, dass wir vielleicht die selben Kraniche in Spanien wiedersehen werden. Wer weiß?
Unser Bikebuddy Josh ist übrigens schon ein paar Tage vor uns nach Schweden gefahren, da wir, noch in Norwegen, an beiden Rädern innerhalb von 24 Stunden Probleme mit unserem Rohloff Ritzel bekommen haben. Die waren mittlerweile total ausgelutscht. Ebenso unsere Ketten und Kettenblätter. Dementsprechend laut und unruhig lief es von nun an bei unseren täglichen Pedaliereinheiten. Kettenblätter konnten wir einfach verkehrt herum montieren, was vorübergehend Abhilfe schaffte.

Neue Ketten konnten wir in einem netten norwegischen Radladen in Hamar bekommen (außerdem schenkte man uns dort einen passenden Maulschlüssel, den wir für unsere Fahrradständer benötigen), aber Rohloff Ritzel und die richtige Kettenblattgröße sollten wir erst in Deutschland bekommen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Wer sich immer noch fragt, was die bescheuerte Blogüberschrift bedeutet, hier die Auflösung: Der dänische Koch aus der Muppetshow singt immer ein "Butterbrotlied" und daran ist unsere Überschrift angelehnt. Im amerikanischen Original ist der Koch aber der "Swedish Chef". Ist also eigentlich gar kein Däne, sondern Schwede. Laut Aussage von Josh singt der aber gar kein Smoerrebroedlied. Verrückt.
 
 
Wo wir uns zuletzt aufgehalten haben