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Irgendwas mit Nordkap

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Irgendwas mit Nordkap

Sorry, uns ist grad kein besserer Titel eingefallen. Eigentlich sollte der Artikel "Mimimi am Nordkap" heißen.Warum rafft ihr sicher beim lesen. Aber sowas kann man ja echt nicht als Überschrift nehmen. Wie sieht das denn aus?!
Rückblende: Wir befinden uns zeitlich in der letzten Juniwoche 2018. Lange her, aber die älteren Leser unter euch können sich sicher erinnern. Damals...
Wettermäßig haben wir leider eine denkbar schlechte Woche erwischt. Also wirklich richtig kacke! Selbst für Nord-Norwegen. Nicht nur bedeckt oder so, sondern kalt, stürmisch und Dauerregen.
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Unterwegs in Nord-Norwegen

 
Schon ein paar Tage vorher hat uns ein vom Nordkap kommender Reiseradler erzählt, dass sein Zelt aufgrund des starken Sturms dort weggeflogen ist. Zum Glück ist es dann gnädigerweise doch noch gelandet und er wurde nicht obdachlos. Außerdem war es neblig und das Polarmeer nicht zu sehen. Na, das sind ja super Aussichten, denken wir so.
Wir pausieren gerade an einem idyllischen Strand an einer Landstraße um folgende Fotos zu machen,...
Unser erster Elch in Norwegen
 
 
 
...als wir einen gelben Fleck auf uns zuradeln sehen. Wenig später hält er neben uns. Der gelbe Fleck stellt sich als Josh heraus. Josh ist ein Radreisender aus Kanada und auch auf dem Weg zum Kap. Er ist froh, mal ein wenig Englisch sprechen zu können und begleitet uns kurzerhand zum nächsten Campingplatz.
 
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Joshs custombuild Darth Trucker mit "Banana hamock"

 
 
Nach dem allabendlichen Zeltaufbau treffen wir uns mit Josh in der Küche (Standard auf vielen Campingplätzen in Skandinavien), kochen gemeinsam und entscheiden, nach einem gemütlichen Abend, die nächste Etappe nach Honnigsvag (noch ca.100 km entfernt) gemeinsam zu radeln. Nahe Honningsvag gibt es einen Campingplatz, der strategisch günstig zum Nordkap gelegen und deshalb Anlaufpunkt für die meisten Radreisenden ist. Von dort sind es nur noch 25 Km bis zum Nordkäppchje, also abgemacht.
 
 
 
 

Verdammtes Mistwetter!!

Das Wetter wird dann am nächsten Tag tatsächlich so stürmisch und regnerisch, wie vom Wetterbericht vorausgesagt. Starke Windböen bis 70 km/h machen uns das Leben schwer und ein ums andere Mal knutschen wir die Leitplanken bzw. für uns Leidplanken.
Das Ganze wird uns durch stetigen Nieselregen bei ca. 8 Grad versüßt. Es ist jetzt das erste Mal auf dieser Tour, dass wir die langen Winterhandschuhe wirklich brauchen.
 
Josh

Josh radelt voraus

 
 
Flagge im Wind

Die Flagge flattert stramm im Wind

 
 
Bei diesen Verhältnissen ist Josh zudem unser Wetterjoker. Er ist mehrere Jahre mit dem Segelboot durch die Karibik geschippert. Kompetent erklärt er uns anhand der Wellenbewegungen von wo der Wind nach der nächsten Biegung kommen wird und er kann an den Schaumkronen die ungefähre Windstärke ablesen. Coole Sache.

Immer wieder überholen uns irgendwelche Camping-Tupperdosen, ohne sich um ausreichend Abstand zu kümmern. Wohlgemerkt: keine Norweger! Die fahren ALLE mindestens zwei Meter an uns vorbei. Das ist hier so üblich.
Eine Handbreit ist bei starkem Wind jedenfalls zu wenig, wie wir finden. Zu wenig Abstand zeugt von zu wenig Anstand.
 
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Wenn der Regen mal nachlässt, sind sogar Fotos möglich

 
 
Entgegen kommende, große Fahrzeuge bringen uns aufgrund ihrer Sogwirkung zusätzlich zum Straucheln. Spaßig ist anders. Aber Umkehren ist mittlerweile keine Lösung mehr (zu weit, zu faul), wir müssen also irgendwie durch diese gequirlte Wetterscheiße durch, da es jetzt bis Honningsvag keinen Wetterschutz mehr gibt, also so gut wie nix… außer?
 
 
 
 

Der Nordkaptunnel

Ja, außer den sagenumwobenen Unterwasser-Nordkaptunnel. Was haben wir nicht alles über diese radfahrerverschlingende Röhre gehört, gelesen, gegoogelt…?
Regelmäßig wird vor diesem Tunnelmonster von anderen Reiseradlern in Foren gewarnt. Er sei kaum zu bewältigen, ohrenbetäubend laut und wahnsinnig lang und noch dazu werweißwieviele Prozent Steigung und überhaupt.
Nicht wenige Reiseradler fahren deshalb nach Kirkenes und von dort mit den Hurtigrouten nach Honningsvag, um diesen Tunnel zu umgehen. Kurzum wir haben uns ein ums andere Mal Gedanken gemacht, ob wir den Tunnel wirklich befahren sollen.
Für uns ist dieser Tunnel bei den Wetterverhältnissen allerdings eine echte Erleichterung. Ohne Scheiß! Endlich kein eiskalter Dauerregen, kein nerviger Seitenwind, wir fühlen uns in diesem Betonschlauch unter dem Meer endlich vor dem Kackwetter geschützt.
 
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Der sagenumwobene Nordkaptunnel

 
 
Deshalb jetzt der Infoteil, der für diejenigen interessant ist, die selber mal zum Nordkap radeln wollen (alle anderen können weiter scrollen). DER TUNNEL IST MACHBAR!
Wer schon mal mit einem Fahrrad durch einen Tunnel gefahren ist und sich vorstellen kann, gleichzeitig für eine längere Zeit eine Steigung konzentriert zu fahren und dabei die Spur zu halten, kann das Ding durchfahren.
Wir haben mit einigen Trinkpausen etwas mehr als 40 Minuten gebraucht. Die Länge beträgt laut Beschilderung 6870 Meter. Es gibt eine durchgehende Beschilderung zur zurückgelegten Wegstrecke, so weiß man immer was man schon geschafft hat.
Es gibt einige Nothaltebuchten, in denen Radler in der Steigung kurz verschnaufen und trinken können. Das Gefälle vom Festland aus beträgt laut Beschilderung 9%, die etwa drei Kilometer Steigung zur Insel hin werden hingegen mit 10% angegeben (und nicht 14% oder 15% wie manche Schwätzer unterwegs behaupteten).
Der Tunnel ist durchgehend beleuchtet, eigene Beleuchtung ist trotzdem ein Muss.
Es gibt eine Art schmalen Bürgersteig, den man jedoch aus eigener Erfahrung nicht befahren sollte, da der Verkehr ansonsten leider einfach keinen Abstand mehr hält.
Solltet ihr aufgrund eines Schlenkers nämlich vom Bordstein herunter geraten (Sogwirkung durch z.B. Busse) wäre das im falschen Moment ohne Zweifel fatal. Also lieber auf der Straße bleiben. Ist sicherer.
Wer sein Bike lieber schieben mag, könnte das auf dem Bürgersteig bestimmt ohne größere Probleme machen.
Wer zeitlich flexibel ist, kann den Tunnel auch in den Zeiten durchfahren, in denen weniger Verkehr herrscht. Viele Busse reisen zur Mitternachtssonne ans Nordkap, also etwa eine Stunde vor Mitternacht ist da sicher mehr Verkehr, als Morgens um Zwei.
Das sind jedenfalls die Fakten die wir bezeugen können. Punkt.
Für einen netten Sonntagsausflug mit kleinen Kindern ist der Tunnel ganz sicher nicht geeignet. Aber wer bitte ist so behämmert?!
 
Tunnelschild

Schild am Tunneleingang (inselseitig)

 
 
Josh ist die dreieinhalb Kilometer lange Abfahrt ohne zu bremsen runter gebrettert und ist längst außer Sichtweite.
Während unserer Abfahrt überkommt uns der Gedanke, in einer der riesigen Nothaltebuchten, die seitlich viele Meter weit in den Fels hinein getrieben wurden, zu Zelten. Die seitlichen Gänge sind so groß, dass dort irgendwelche Container und Podeste herum stehen, Wir sind echt müde und Spaß macht das radeln bei der Kälte heute auch nicht. Wäre ja sowieso mal cool unter dem Meer zu Zelten. Allerdings wird der Tunnel videoüberwacht, wie die meisten großen Tunnel in Norwegen. Geht also nicht. Was uns zusätzlich davon abhält ist die Tatsache, dass eine Behauptung über den Tunnel wirklich stimmt: Lärm! Durch die Frischluftversorgung mit riesigen Turbinen an der Decke ist es abschnittweise unfassbar laut. Die Geräusche der Busse und Wohnmobile werden von den Lüftern übertönt, was schon eine Leistung ist.
Außerdem wartet Josh ja draußen in der Kälte auf uns. Den wollen wir nicht warten lassen. Auch Kanadier können frieren. Und tatsächlich: Josh wartet nach dem Tunnel auf uns im Windschutz einer Hütte und erzählt, dass er überlegt hat, dort unten zu Zelten; Bingo! Wir Drei sind auf einer Wellenlänge.
 
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Insgesamt gibt es drei Tunnel vor dem Nordkap

 
 
 

Das Basislager

Nach dieser endlos erscheinenden Radetappe (der Krampf dauert etwa elf Stunden) erreichen wir abgekämpft um etwa halb Zehn Nachts (schnurz, weil ist ja taghell) den Campingplatz nahe Honningsvag.
Die Rezeption ist zum Glück noch offen, jedoch macht uns die nette Empfangsdame unmissverständlich klar, dass wir bei dem Sturm kein Zelt aufbauen dürfen. Oha! Und nun?!
Keine Panik, sie überlässt uns für den Standpreis unserer zwei Zelte ein eigenes Mehrbettzimmer. Dankbar und erschöpft beziehen wir drei nassen Radpudel unsere warme und trockene Unterkunft. Wieder mal n Schweineglück am Tagesende gehabt!
 
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Nachdem wir unsere Klamotten zum trocknen aufhängen, müffelts etwas

 
Da der Wetterbericht für den folgenden Tag noch schlechteres Wetter voraussagt, beschließen wir, hier für einen weiteren Tag unser Basislager aufschlagen. Jetzt leider zum vollen Zimmerpreis. Futter haben wir aber glücklicherweise genug dabei, so können wir es bequem aushalten.
Josh hingegen wird unruhig und versucht es gegen Mittag alleine zum Nordkap (ohne Gepäck), kommt allerdings nach etwa 20 Minuten enttäuscht zurück. Er wurde von einer Böe über die komplette Straße gefegt. Zum Glück kam gerade kein Bus vorbei.

An diesem Tag können wir nur abwarten und den wenigen Bekloppten zuschauen, die es allen Widrigkeiten zum Trotz, dennoch versuchen zum Nordkap zu kommen. Selten so viele Motorradfahrer in unbeabsichtigter Schräglage gesehen.
Später erfuhren wir von unserer Wetterfee an der Rezeption, dass einige Stunden vorher am Kap ein Wohnanhänger und einige Motorräder umgeweht wurden. Shit!

Nach etlichen heißen Tees und andauerndem Wettergechecke (die Wettervorhersage für den nächsten Tag sieht erst gegen Mittag wesentlich besser aus), fallen wir irgendwann in unserem Stinkezimmer (Wir hatten alle unsere nassen Klamotten und Schuhe zum Trocknen ausgebreitet) in den Schlaf und hoffen auf den nächsten Tag.
 
 
 

Die finale Etappe

Am nächsten Morgen weht der Wind jedoch noch stärker, als am Tag zuvor. Echt jetzt?!? Enttäuschung macht sich unter uns breit. Wir können ja nicht noch ne Nacht in dem teuren und zudem übel miefigen Kabuff schlafen.
Was tun? Bis 12 Uhr müssen wir ausgecheckt haben. Wir räumen also unser Zimmer, packen die Räder und hocken uns einfach nochmal in die gemütliche Campingküche und warten, ob sich der Wetterbericht für den Mittag doch noch bewahrheitet. Dann, irgendwann ab 13 Uhr, legt sich der Sturm tatsächlich ein wenig und es kommt sogar die Sonne raus.
Nun aber endlich los, sind doch nur noch 25 km. Wir sind schon so nah. Wir radeln gemeinsam mit Josh los und merken schnell, dass es heute klappen wird. Der Wind ist zwar manchmal noch immer stark und wenn ein Bus kommt, müssen wir anfangs noch schnell anhalten, aber wir kommen voran.
 
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Schnee- bzw. Eisball am 01.Juli

 
 
Die Straße zum Nordkap ist landschaftlich ein absoluter Traum. Obwohl alles total karg ist, ist es atemberaubend schön. Und ein paar violett blühende Blümchen am felsigen Wegesrand (zwischen abgerissenen WoMo Markisen und Dachgepäckträgerboxen) bringen einen in dieser Gegend echt richtig zum Staunen.
 
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Krass! Selbst hier oben blüht noch was.

 
 
Josh, der normalerweise etwa 160km am Tag fährt, ist schnell außer Sicht. Er wartet öfter mal auf uns, ist aber dann schließlich doch vorausgefahren. Er wird uns Biketurtles ja eh am Kap sehen. Aneinander vorbeifahren und sich verpassen kann man nicht.
An einem der wenigen Rastplätze quatschen wir ein Pärchen mit MYK Kennzeichen an und sind froh, mal mit Leuten aus der Heimat zu schwätzen. Die beiden kommen nämlich aus Andernach. Die Welt ist eben doch ein Dorf.
 
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Dort am Horizont ist unser Ziel

 
 
 

Ankunft an 71° Nord

Die letzten Kilometer hoch und runter zum Kap-Plateau ziehen sich gefühlt endlos. Die Steigungen sind für uns heute nicht so easy wie sonst. Wir sind einfach noch platt.
Als uns ein älteres Wohnmobil aus Italien auf einem der letzten Anstiege überholt, das Fenster heruntergekurbelt wird und uns ein Daumen hoch gezeigt wird, passiert es:

Wir fangen beide unwillkürlich an, Rotz und Wasser zu heulen. Alle Last und Zweifel, alle Strapazen und Entbehrungen der letzten Monate fallen schlagartig von unseren Schultern ab. Wir realisieren jetzt plötzlich, dass das Ziel, auf das wir ein viertel Jahr, Kilometer für Kilometer und aus eigener Kraft hingearbeitet haben, nun endlich in greifbare Nähe gerückt ist. Wir sind schon fast da. Weiter, einfach immer nur weiter...
Weinend, endorphindurchflutet und im Wiegetritt stemmen wir uns gegen den Wind und die letzten Höhenmeter.

Eigentlich haben uns schon seit Lappland täglich Biker und Wohnmobilisten gewunken oder uns einen Daumen hoch gezeigt. Die meisten haben ja sofort geschnallt, warum wir hier soweit oben mit dem Rad unterwegs sind. Aber dieser kleine italienische Damendaumen hat unsere Selbstbeherrschung einfach eingerissen!
 
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Einfahrt zum Nordkap(p)

 
 
Wer es bis hierher aus eigener Kraft, also zu Fuß, mit dem Fahrrad, Einrad, Tretroller oder Rhönrad geschafft hat, wird freundlich durchgewunken. Alle anderen müssen ordentlich viel Eintritt zahlen, umgerechnet 29.- € Euro pro Person. Da haben wir schlauen Füchse ja mal richtig was gespart, aber so rischtisch.
 
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Der Metallglobus am Ende der Welt

 
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Wir sind am Ziel...

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...und Josh ist auch schon da

 
 
 
Das Nordkap ist, für uns unerwartet, sehr touristisch und zu manchen Tageszeiten (z.B. gegen Mitternacht) sogar regelrecht überlaufen. Es gibt einen riesigen Parkplatz, auf dem vor allem die Wohnmobile parken und gleichzeitig ist dies auch der Übernachtungsplatz für Wohnmobilisten.
Außerdem gibt es ein großes Besucherzentrum, mit allem Schnickschnack: Cafe, Souveniershop, Kino, Kapelle, Lichtergrotte, Museum, Haste-nich-gesehen. Die Frage ist berechtigt, ob man das touristisch so ausschlachten soll, oder muss, aber wir waren ehrlich gesagt froh, wenigstens für ein paar Stunden eine beheizte Bleibe mit Toiletten zu haben. Außerdem konnten wir hier die Offerte für das LATSCHO Tippspiel erwerben.
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Das zum Glück beheizte Besucherzentrum

Am riesigen Panoramafenster machen wir es uns gemütlich und beobachten das bunte Treiben außerhalb. Menschen hechten ihren fortgewehten Hüten und Cappies hinterher, stemmen sich gegen den Wind, etliche Motorradfahrer feiern eine Selfie-Orgie nach der anderen, der Metallglobus wird regelrecht belagert von Menschen. Unsere Reiseräder werden zum beliebten Foto-Objekt. Wenn wir für jedes Foto n Euro bekommen hätten, wären unsere Basislager- Zimmerkosten wieder drin gewesen
Im Tagesverlauf wird das Wetter top, die Wahrscheinlichkeit die Mitternachtssonne wirklich zu sehen, ist sehr groß. Wir wollen auf jeden Fall bis nachts bleiben und diesen Moment voll auskosten.
Josh hingegen radelt wieder zurück und wir verabschieden uns schweren Herzens von ihm. Geplant ist, dass wir uns auf den Lofoten wieder treffen um dann nochmals ein wenig zusammen zu Reisen. Hoffentlich bei besserem Wetter. Solch eine gemeinsam erlebte Tortur schweißt zusammen.
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Globus am Nordkap (leider ohne Fleischkäsebrötchen)

 
Um ein Uhr nachts haben wir nach langem Warten das Nordkapp und den ollen Globus schließlich für uns. Das Besucherzentrum hat geschlossen, die letzten Busse sind abgefahren. Jetzt sind ein paar Fotos möglich, ohne nervige Leute im Hintergrund. Doch die Zeit drängt wegen unserer Schiffspassage am Morgen und wir machen uns auf den Rückweg nach Honningsvag.
Dieses mal haben wir die traumhafte Straße komplett für uns. Es ist taghell, die Rentierherden sind ganz nah an der Straße und wir erleben die mehrstündige Rückfahrt endlich ruhig, sonnig und windstill, was für ein Unterschied zu den windgepeitschten und verregneten Tagen zuvor.
 
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Nachts, ganz allein am Ende der Welt

 
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Menschenleeres Panorama um kurz nach drei

 
 
Nach den Strapazen haben wir uns erst mal eine Tagestour auf nem Hurtigrutenkahn gegönnt. Das ist hier übrigens bisschen so wie Busfahren. Also warten, einsteigen, bezahlen, irgendwann aussteigen. Das Schiff fährt um 5.45 Uhr ab Honningsvag los (wir fahren bis Tromso mit). Beinahe hätten wir uns durch unsere Begeisterung bei der Rückfahrt vom Kap noch zeitlich verdaddelt. Aber Gott sei Dank erwischen wir das Schiff gerade noch rechtzeitig.
Große Überraschung für uns: Es gibt ein absolut luxuriöses Frühstücksbuffet, mit allem, was man sich so vorstellen kann. Also jedenfalls wirklich alles, was man frühstücken kann.
 
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Unser Hurtigrutenkahn läuft ein

 
 
 
An diesem Morgen müssen die schicken Kreuzfahrtgäste ihr Frühstück mit uns verschwitzten und übermüdeten Radlern teilen. Außer uns noch ein Franzose den wir schon aus Finnland vom Inari See kannten und ein Bayer von dem uns drei Tage vorher auch schon von anderen Campern berichtet wurde. Es spricht sich schnell rum, wer sonst so alles mit dem Rad auf der Straße unterwegs ist. So ähnlich wie Flurfunk. Ach ja, nicht zu vergessen ein junges Pärchen aus der Schweiz, die sich ein cooles motorunterstütztes Sechsrad gebaut haben. Mit Zwei Meter langem Solarpaneel auf dem Anhänger. Haben uns schon am Nordkap überholt. Cooles Ding.
Hier jedenfalls ein offizielles Sorry im Namen aller Radler. War bestimmt nicht so angenehm, morgens den Kaffee mit dem penetrantem Fußgeruch von uns verlotterten Straßenkötern zu genießen.
Wir habens jedenfalls genossen und eifrig Kalorien gespachtelt, bis wir uns schließlich vollgefuttert in die Lounge zum dösen ablegen mussten. Kabinen gabs für uns Kurzfahrer nämlich keine. Wäre aber eh zu teuer für uns geworden.
 
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Auf gehts ins nächste Abenteuer

 
 
Zeitgleich zu unserer Nordkap- und Schiffstour sitzen unsere Freunde Jenny und Jojo (die uns am ersten Tag begleitet haben, ihr erinnert euch?) im voll bepackten Auto und fahren uns von Deutschland aus entgegen, um mit uns auf den Eismeerinseln ein wenig Urlaub zu machen.
Tagelang vorher haben sie geduldig jede Menge von uns in Deutschland bestellte Päckchen mit Ersatzteilen und Kram entgegen genommen und dann sind sie auch noch unsere Lieblingsprodukte für uns in Deutschland einkaufen gegangen (Norwegen ist sauteuer und wir bekommen hier keine Lachgummies), nur um uns hier vor Ort zu versorgen. WOW, ihr seid der Hammer!!
 
 
Wo wir uns zuletzt aufgehalten haben