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An der Ostseeküste nach Polen

Die ersten anderthalb tausend Kilometer liegen planmäßig hinter uns. Zeit für einen neuen Beitrag, diesmal aus Polen. Zunächst mal: Es geht uns gut, wir haben beide etwas abgenommen, obwohl wir viel am Spachteln sind. Die vielen Kinderriegel und Dietlinds legendäre Schokopuddings aus dem HoT schmelzen also langsam dahin.
Unsere Route lief durch Meck-Pomm nach Greifswald und von dort folgen wir hartnäckig dem Fernradweg R10 bzw. dem "Iron Curtain Trail", entlang der Ostseeküste.
Polen gefällt uns richtig gut. Die Landschaft ist oftmals noch ursprünglich und sehr abwechslungsreich. Die Leute sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Wir hatten in der kurzen Zeit schon sehr nette Begegnungen mit Einheimischen. Erstmals haben wir dann Bekanntschaften unserer Reise auf dem Weg auch schon wieder getroffen. Sehr cool!
In zweierlei Hinsicht mussten wir unsere Komfortzone beim Grenzübergang schlagartig verlassen. Erstens: Die mehrheitlich unterirdisch miese Qualität der offiziellen Radwege und Straßen, zweitens: Unsere Überforderung mit der Sprache (sind wir aber selber Schuld). Wir dachten, dass wir hier in der sehr touristischen Ostseeregion mit Englisch gut klar kommen, aber Fehlanzeige. Trotzdem kommt man dann ja irgendwie zurecht.
 
Strand Usedom II

Am Strand auf Usedom

 
Strandkoerbe

Nix los... zum Glück!

 
Zelt

Haben uns mal 'ne Hütte gegönnt.

 
Selfie Grenze

Am Grenzübergang nach Polen

 
 

Natur erfahren

Polen begeistert uns mit seinen urigen Wäldern, kilometerlangen breiten Sandstränden (jetzt oft sogar noch menschenleer) und sehr ursprünglichen Wiesen und Auen. Wir werden jeden Morgen von lustig keckernden Möwen (?) und zahlreichen Singvögeln geweckt. Außerdem zeigt sich Polen uns wettermäßig bisher fast nur von seiner sonnigsten Seite. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, wunderbar. Nur die Nächte sind noch empfindlich kühl (8 Grad).
 
 

Einkaufen in Polen

Hammerhart! Einkaufen und Campen macht hier echt Laune. Die Preise sind deutlich unter dem deutschen Niveau, etwa die Hälfte. Beispiel von heute: Campingplatznutzung mit zwei Erwachsenen und einem Zelt, inkl. Stromzugang, gratis W-LAN und Duschen für umgerechnet schlappe 7,12€. Insgesamt gleicher Standard wie in Deutschland.
Ach ja, Info am Rande: Die Campingplätze werden fast alle rund um die Uhr bewacht, teilweise sogar mit Security Firmen.
Was uns besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass es selbst im hinterletzten Kaff einen "sklep", also quasi einen Tante-Emma-Laden gibt. Hier bekommt man zumindest alles für die Grundversorgung. Zum Teil sogar Sonntags.
Einkaufen wird mitunter aber auch zum Abenteuer, weil auf der Verpackung oftmals nur in polnisch steht, was drin ist. Ein Blick auf die Produktbildchen hilft da schon eher. Dennoch waren wir uns z.B. bei dem Aufstrich (auf den beiden unteren Bildern) nach dem Öffnen dann nicht mehr so so sicher, ob es wirklich eine Art Leberwurst oder, dem Geruch nach, doch Katzenfutter ist. Der Google Übersetzer gab aber dann die erste Entwarnung, ein beherzter Biss dann die zweite.
 
Etikett

Unser neues Hobby: Lebensmittel erraten

 
Brotaufstrich

Sieht nicht unbedingt aus wie gewohnt. Schmeckt trotzdem!

 
 

Überreste des kalten Krieges

Neben Festungsanlagen aus dem ersten Weltkrieg gibt es auch zahlreiche andere militärische Bauten in Polen. Schon früh nach unserem Grenzübertritt haben wir in den hügeligen Wäldern in der Nähe des Strandes alte Betonklötze wahrgenommen. Stellten sich dann als Reste von Bunkeranlagen heraus. Aber nicht wie zunächst vermutet als Relikte des zweiten Weltkrieges, sondern als Verteidigungslinie der Sowjets während des kalten Krieges gegen die Nato.
Die Bunker und Verteidigungsstellungen sind frei zugänglich und sogar noch recht gut erhalten. Mit einer Stirnlampe ausgerüstet kann man die vielen dunklen Gänge zwischen den Hügeln gut erkunden. Auch an einem alten Wachturm zur Seebeobachtung am Strand sind wir vorbeigekommen.
Es gibt zahlreiche Museumsbunker und zurückgelassenes altes militärisches Gerät und Fahrzeuge der Sowjetarmee in den Museumsanlagen zu bestaunen.
An einer Straßenecke gab es sogar alte Militärlaster und alte Panzer zu kaufen (natürlich entmilitarisiert). Die kann man sich dann daheim in den hübschen Vorgarten stellen oder auf dem Privatacker damit Rumheizen.
 

Der Iron Curton Trail oder R10

Der offizielle Radweg ist manchmal mehr als abenteuerlich. Teils geht es kilometerlang über Kopfsteinpflaster, was eine Unterhaltung echt unmöglich macht, teils muss man sich durch sandige Pisten kämpfen.
Die bisherige Krönung waren aber die drei Kilometer Sandstrand hinter Mielno. Denn dort gibt es quasi keinen Weg mehr, sondern man muss sein ganzes Geraffel über den Strand schieben. Man hatte uns diverse Male, sogar schon Tage vorher vor diesem Abschnitt gewarnt. In unserem Radreiseführer steht nur lapidar:" beschwerlicher Abschnitt über den Strand." Krass untertrieben.
Auf dem zweiten Bild ist ein junger Mann mit Rucksack zu sehen. Das ist David, ein junger Pole, den wir am Vorabend auf dem Campingplatz kennen gelernt haben. Mit ihm konnten wir uns längere Zeit beim gemeinsamen Frühstück unterhalten und uns ein paar Dinge wie z.B. Öffnungszeiten der Läden erklären lassen. Er war auf dem Weg nach Danzig und hat uns, an diesem besagten Schiebetag, zu Fuß am Strand locker überholt. Wir haben ihn erst etwa drei Stunden später auf der Straße wieder eingeholt.
Dieser Abschnitt war für die Räder und uns eine wirkliche Belastungsprobe. Bilanz nach drei frustrierenden Kilometern: Wir haben einen Seitenspiegel verloren (beim Umsturz des abgestellten Fahrrads abgebrochen) und unsere Frontseitenständer funktionieren beide aufgrund des Sands nicht mehr so locker wie vorher. An dieser Stelle lassen wir einfach mal die Bilder sprechen.
Ach ja, zum Glück gab es im nächsten größeren Ort eine SB Autowaschanlage in der wir die Räder schnell vom Sand befreien konnten.
 
Hier noch ein paar Eindrücke von den vielen kleinen und größeren Ortschaften. Außerhalb der Orte sind die Straßen meist von schattigen Alleen gesäumt. Der Verkehr hält sich insgesamt in Grenzen, weshalb wir oft auch auf Bundesstraßen entlang fahren können, um unbefestigte Radwege zu vermeiden. Sind ja lernfähig.
Weitere Bilder gibt es wie immer in der Europa Gallery.
Dorf

Dorfdurchfahrt

 

In kleineren Dörfern oft zu sehen: Geschmückte Mutter Gottes

Burg Erich

Backsteinschloss von Erich I. in Darlowo / Rügenwalde

 
 
 
Wo wir uns zuletzt aufgehalten haben