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Fix durch Niedersachsen und quer durch Meck-Pomm

…und schwups, an der Weser
13/04/2018
Die Nacht im alten Gutshaus
23/04/2018
 

Fix durch Niedersachsen und quer durch Meck-Pomm

Tja Leute, wo sollen wir anfangen? Haben in den letzten Tagen mehr gesehen, als wir verarbeiten können. Niedersachsen ist trotz oder gerade wegen des schlechten Wetters schnell an uns vorbeigerauscht. Derzeit kämpfen wir uns durch's sandige Mecklenburg Vorpommern. Was ist an Eindrücken und Begegnungen hängengeblieben? Fangen wir an mit Niedersachsen.
Viele Alleen, gut ausgebaute Radwege, viel Wind, allgegenwärtiger Güllegeruch (an den man sich schnell gewöhnt), der eindrucksvolle Mittellandkanal mit Schiffsbrücke (und eine besondere Begegnung am Mittellandkanal), riesige Bauernhöfe (hier wird scheinbar nur Backstein verbaut) nebst noch riesigeren Feldern bis zum Horizont, Windräder, noch mehr Landwirtschaft, militärische Sperrgebiete. Jetzt nur mal ganz grob zusammengefasst.
Unterm Strich ist hier alles flach, weshalb der Wind auch teils ordentlich bläst. Das Wetter hat in Niedersachsen insgesamt eher gegen uns gespielt. Meist war es morgens wie abends sehr neblig. Der Nebel hat dann auch dafür gesorgt, dass Zelt und Schlafsäcke irgendwie immer klamm waren und nie richtig getrocknet sind. Derzeit haben wir aber super Wetter und alles ist wieder trocken.
 
Steinhuder Meer

Endlich am Meer (Steinhuder Meer). Naja, fast.

 

Nach einem kräftigen Regenschauer durch die Lüneburger Heide

Sandpisten bremsen uns immer wieder ordentlich aus

 
Munitionsverseucht

Okay, sind überzeugt und bleiben auf dem Weg

 
Reetdaecher

Hübsche Häuschen hoch im Norden

 
 

Begegnung am Mittellandkanal

Waren locker an der Weser Richtung Norden unterwegs und mussten unter einer wirklich extrem breiten Brücke hindurch fahren. Kein Autolärm oder sonstwas zu hören, also haben wir einen kleinen Umweg in Kauf genommen und sind auf diese besagte Brücke hinauf gefahren, um die Lage von oben zu checken. Und siehe da: War gar keine Autobrücke, sondern eine Brücke für den Mittellandkanal, der an dieser Stelle die Weser überquert (inkl. Frachtschiffe in der Größe, wie man sie daheim vom Rhein kennt).
Wir standen also dort am Mittellandkanal herum und guckten mal wieder doof aus der Wäsche, als uns ein älterer Herr auf dem Fahrrad anspricht. Wir kamen ins Gespräch und er schwärmte uns vor, dass er als 19 Jähriger, im Jahr 1961, mit dem Fahrrad alleine ans Nordkap gefahren ist!! Das muss man sich mal vorstellen. Als wir ihm eröffneten wohin wir unterwegs waren, gab's kein Halten mehr. Er fuhr die nächsten 30 Minuten einfach mit uns mit und lotste uns um mehrere Kanalbaustellen herum. Dabei haben wir noch ein paar weitere krasse Einzelheiten von seiner Reise erfahren. Er war seinerzeit Zimmermannslehrling und hatte von seinem Chef 2 X 6 Tage Urlaub bekommen. War klar, dass er er die Nordkaptour in der Zeit nicht schaffen konnte. Er ist trotzdem gefahren. Sein Trip dauerte 3,5 Monate und auf dem Rückweg ging ihm das Geld aus, so dass er auf einem Erzfrachter anheuerte und dort zentnerweise Kartoffeln schälen musste, um die Passage abzuarbeiten. Auf die Frage, ob es denn damals auch schon Auslandskrankenversicherungen gegeben hat, musste er lachen. Er hatte jedenfalls keine gehabt. Er hatte einfach nur ein paar Pflaster dabei.
1961 wurde man als Deutscher jetzt auch nicht unbedingt mit offenen Armen im europäischen Ausland empfangen. Der Krieg war gerade mal 16 Jahre her, Deutschland und Europa wurden geteilt, es war der Beginn des kalten Krieges. Darf man auch nicht vergessen. Trotzdem schaffte es besagter Herr in Norwegen während seiner Tour an Bord eines U-Bootes zu gelangen und eine Art Führung mitzumachen, weil niemand mitbekam, dass er Deutscher war. Hammerstory!

Wenn wir uns vor Augen führen, wie wir heutzutage auf Reisen abgesichert sind. Kranken- Unfall- Lebens- und Haftpflichtversicherung. GPS-Gerät, Handys und Kartenmaterial zu allen möglichen Radwegen usw.
Dann natürlich Zelt, Schlafsack Isomatte etc...der ganze "unverzichtbare" Krempel aus modernsten Hightechmaterialien (natürlich ultralaeicht ultrakompakt, ultra-haste-nich-gesehen...) Gab's damals einfach nicht. Im Vergleich zu dessen Abenteuer wirkt unsere Tour geradezu wie ein Kindergartenausflug. Da wird man Abends im Zelt schon nachdenklich.
Diese Begegnung mit dem Nordkapmann wird unvergesslich für uns sein, vor allem auch weil wir ihn wahnsinnig sympathisch und nett fanden und er seine Geschichte so bescheiden und verschmitzt erzählte. Wir hatten auch das Gefühl, dass er am liebsten nochmal mitgefahren wäre. Haben wir ihm übrigens auch spontan angeboten, was er aber abgelehnt hat, weil er ja keine Zahnbürste dabei hatte. Einfach nur geil der Typ!
Mittellandkanal ueber Weser

Am Mittellandkanal über die Weser

 

Ludwigslust

Von Ludwigslust haben wir vorher noch nie etwas gehört, umso erstaunter waren wir als sich uns plötzlich mitten in der Stadt dieses Panorama bot.
Ludwigslust panorama

Rechte Seite

Ludwigslust panoramaII

Linke Seite

 
Ponyschlecken

Das Leben ist kein Pony... ääh, schlecken!

 
Grenze MeckPomm

Grenze zu Meck-Pomm

 
Elbehochwasser

Elbe tritt aufgrund der starken Regenfälle über die Ufer

 
Schloss

Hier gibt's an jeder Ecke irgendein Schloss zu bestaunen

 
 
Wo wir uns zuletzt aufgehalten haben